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Keinen zum Konsum auffordernVaporizer im TestAm Kiosk gefunden VI Das «Hanfblatt» ist das erste professionelle Magazin für Kiffer Magazine für Cannabis-Freunde gibt es am Kiosk wie Sand am Meer. Das «Hanfblatt» aus dem deutschen Lübeck ist eines davon. Es ist eine Fundgrube für allerlei Witziges und Skurriles – auch wenn man nicht high ist. Oliver Baumann Wer kennt das nicht: Wenn jemand zu viel getrunken hat, dann lallt er oft so stark, dass ihn keiner mehr versteht. Exzessiver Cannabis-Konsum scheint da eine ganz ähnliche Wirkung zu haben, auch wenn sie sich eher in einem verklausulierten Schreibstil äussert. So wendet sich ein gewisser Rolf, seines Zeichens Hobby-Hanfzüchter aus der Schweiz, in der neusten Ausgabe des «Hanfblatts» mit einem Dünger-Problem an Mr. Big Bud, der so was ähnliches wie der «Dr. Sommer» der Kiffer zu sein scheint. Er versuche gerade Hanf in Cocos aus «BN COCO-BRICK» in Tekus zu züchten, schreibt Rolf: «Mit ‹Canna Coco A+B Nährlösung›». Doch, so schildert der Hanf-Kenner weiter, «bei diesem Coco-Dünger (NPK-Wert 5, 4, 3 bei A+B) wird nur der EC erhöht». Normalen Menschen wird da nur schon vom Lesen schwindlig, nicht jedoch Mr. Big Bud. Der Stuttgarter «Growing»-Experte hat für den verzweifelten Rolf eine Erklärung parat: In einer ellenlangen und ebenso unverständlichen Antwort kann Guido, wie Mr. Big Bud eigentlich heisst, das «Dünger-Mysterium» lösen. Der Mann scheint für die Leser des Hanfblatts so etwas wie ein Guru zu sein, ein Allwissender, ein Erleuchteter gar. Wie es zu dieser Erleuchtung kam, sei nun mal dahingestellt. «Sachlich, unterhaltsam, informativ» Das 1994 entstandene und sechsmal pro Jahr erscheinende «Hanfblatt» sei das erste professionelle Magazin zum Thema Cannabis gewesen, erklärt Mike Barten, einer der beiden Herausgeber. Man habe ein Forum für Hanf-Nutzer schaffen wollen. «Die Zeitschrift soll keinen Untergrund-Charakter haben», sagt Barten, «sondern eine normale Fachzeitschrift sein: sachlich, unterhaltsam, informativ». Das «Hanfblatt» ist somit eine Mischung aus Service-Magazin, Info-Blatt und politischer Publikation für Hanf-Freunde. Man verheimlicht jedenfalls nicht, was man von geltenden Regelungen hält: «Die Drogengesetzgebung», schreibt die Redaktion im Editorial, «ist ebenso wenig für Drogennutzer gedacht, wie Radwege für Radfahrer.» Barten betont jedoch, dass er und sein Mitherausgeber keine Legalisierungskämpfer, sondern Zeitungsmacher seien – auch wenn er die «Entkriminalisierung» des Cannabis-Konsums natürlich für sinnvoll halte. Sie sähen allerdings auch die Probleme, wie etwa das sinkende Alter der Konsumenten, und würde diesen Themen in den Texten auch kritisch begegnen. Gesamtauflage: 38'000 Exemplare Gut möglich, dass man diese kritischen Inhalte im «Hanfblatt» auch lesen würde, wenn es denn nicht auch allerlei Skurriles zu entdecken gäbe. So findet sich im neuesten Magazin der eigentliche Knüller auf Seite Sieben. Unter dem Titel «Dampfen statt Rauchen» berichtet das «Hanfblatt» über die Produktneuheit «Volcano-Vaporiser» und schreibt dazu: «Die Verdampfung von Cannabis in einem Vaporiser reduziert die Produktion von Schadstoffen im Vergleich zum Rauchen drastisch und liefert einen nahezu reinen Strom von Cannabinoiden.» Ob sich nun in Zukunft Jugendliche mit dem zylinderförmigen, medizinisch-chromstahlglänzenden Vaporiser in die Parks setzen, wird sich allerdings erst noch zeigen müssen. Sicher ist jedoch, dass das «Hanfblatt», das von den beiden Herausgebern zusammen mit 20 freien Mitarbeitern realisiert wird, auf finanziell gesunden Beinen steht. Die Gesamtauflage des Magazins liegt bei stabilen 38'000 wovon «sicherlich auch einige in der Schweiz landen». Und die negativen Auswirkungen der momentanen Situation im Anzeigenmarkt seien bei dem Magazin «nicht so stark, wie im durchschnittlichen Zeitungsmarkt», sagt Co-Herausgber Mike Barten. Die Kiffer-Szene scheint krisenfest zu sein. Apropos Kiffen: Die «Hanfblatt»-Macher wollen natürlich «niemanden zum Konsum, Erwerb, Handel oder Anbau von Substanzen, die in diesem Magazin Erwähnung finden, auffordern», heisst es im Impressum: «Also bitte schön artig bleiben...» Da kommt ein Inserat auf Seite 51 gerade gelegen: Dort wirbt ein Institut für PSI und Grenzwissenschaften AG (IPG) mit einer Anzeige («High ohne Hanf?») für autogenes Training und Meditation, wodurch sich anscheinend «höhere Bewusstseinszustände» herbeiführen liessen. Der Sitz des IPG ist das niederbayrische Kaff Eggenfelden, wo auch die «Deutschland sucht den Superstar»-Quietsch-Ente Daniel Küblbock herkommt – damit wäre ein weiteres Mysterium erklärt. (Quellen: Zofinger Tagblatt vom 04.08.2003) zurück zu Vaporizer News
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